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Tiefensee: Gute Löhne für Frauen zeichnen einen modernen Wirtschaftsstandort aus

Gleichstellung

„Ein moderner Wirtschaftsstandort zeichnet sich durch gleiche Löhne und Aufstiegschancen von Männern und Frauen aus“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute anlässlich des Equal Pay Day. „Wer die gut ausgebildeten weiblichen Fachkräfte für Thüringen gewinnen und in Thüringen halten will, muss ihnen gute und faire Löhne bezahlen.“ 

Im Freistaat  liegen die Löhne und Gehälter von Frauen im Durchschnitt nach wie vor um fünf Prozent unter denen ihrer männlichen Kollegen (Deutschland: 22 Prozent).

Dabei habe Thüringen nicht nur viele weibliche Fachkräfte, sondern mit rund 71 Prozent auch die zweithöchste Frauenerwerbsquote in Deutschland (Brandenburg führt mit gut 72 Prozent). Dies zeige: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt gebraucht. Der Minister appellierte an die Arbeitgeber, die gut ausgebildeten Frauen für ihre Unternehmen zu gewinnen und ihnen Aufstiegschancen zu bieten. „Ein innovativer Wirtschaftsstandort misst sich auch an einem hohen Anteil von Frauen in qualifizierten Positionen.“

Der Minister verwies anlässlich des heutigen Tages auch auf die Benachteiligungen, denen Frauen gerade in den weiblich geprägten Branchen ausgesetzt seien. „In den traditionellen Frauenberufen sind die weiblichen Beschäftigten oftmals vierfach gestraft“, so Tiefensee. Sie müssen besonders hart arbeiten, werden schlecht bezahlt, kommen selten in Führungspositionen und sind später stärker von Altersarmut bedroht.  Bestes Beispiel sei die Alten- und Krankenpflege mit einer Frauenquote von fast 90 Prozent. Während im gesamten Bundesgebiet der durchschnittliche Monatsverdienst in der Altenpflege bei rund 2.150 Euro liege, weisen Thüringen und Sachsen das niedrigste Lohnniveau in diesem Beruf auf. Ein Grund sei die niedrige Tarifbindung, die in der Thüringer Altenpflege bei gerade mal 7 Prozent liegt (Bayern: 38,5 Prozent), so das Ergebnis der Prognos-Studie „Fachkräftesicherung durch gute Arbeit“, die das Wirtschaftsministerium in Auftrag gegeben und im vergangenen Jahr vorgestellt hatte.

Der Minister warb für eine Stärkung der Tarifbindung gerade in den weiblich geprägten Branchen. Zudem müssten die Interessen der weiblichen Beschäftigten auch in den Tarifverhandlungen eine stärkere Rolle spielen. „Die vertikale Segregation des Arbeitsmarktes muss aufgebrochen werden, sie verhindert Lohnsteigerungen und die Rekrutierung von Fachkräften, die wir in den kommenden Jahren dringend benötigen“, sagte Tiefensee. 


Für den Hintergrund:

Laut Hans-Böckler-Stiftung erhalten Frauen zwischen 25 und 30 Jahren rund 15 Prozent weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen, Frauen zwischen 36 und 40 Jahre gut 19 Prozent weniger und Frauen zwischen 51 und 55 Jahren 25 Prozent weniger.

In fast allen Berufen ist der Einkommensunterschied zu beobachten. Frauen erhalten zudem seltener Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder eine Gewinnbeteiligung. Während Männern häufiger Weiterbildungen angeboten werden, machen Frauen Weiterbildungen verstärkt auf eigene Kosten.

www.equalpayday.de

 

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